Das Hohlkruez – wie es entsteht und warum es für Sportler so gefährlich ist

Das Hohlkreuz: Viele haben es, doch die wenigsten wissen, wie es entsteht und welche enormen Risiken davon ausgehen. Genau das möchten wir Dir im folgenden Beitrag erklären.

Was ist ein Hohlkreuz?

Bei einem Hohlkreuz – unter Medizinern auch als Hyperlordose bezeichnet – handelt es sich um eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Deine Wirbelsäule hat eine natürliche S-Form. Wenn wir die Wirbelsäule seitlich betrachten, zeigt sich, dass sie von Natur aus zwei Wölbungen hat. Die Wölbung in der Brustwirbelsäule wird als Kyphose bezeichnet. Die Wölbung in der Lendenwirbelsäule heißt Lordose. Diese Wölbungen sind vollkommen normal und wichtig für die Beweglichkeit im Rumpf. Wenn die Wölbung im Bereich der Lendenwirbelsäule unnatürlich stark ausgeprägt ist, sprechen wir von einem Hohlkreuz.

Wie lässt sich ein Hohlkreuz erkennen?

Ein Hohlkreuz lässt sich leicht von außen erkennen – zumindest, wenn Du weißt, worauf Du achten musst. Durch die verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule wölbt sich der Bauch nach außen. Dadurch verlagert sich der Körperschwerpunkt. Um trotzdem das Gleichgewicht halten zu können, wird die Brustwirbelsäule automatisch nach hinten und die Schultern zurückgezogen. Unterstützt wird das durch eine dauerhaft angespannte Bauchmuskulatur und komplett durchgestreckte Beine. Das am leichtesten erkennbare Merkmal ist aber die deutlich sichtbare Wölbung der Lendenwirbelsäule.


Wie entsteht ein Hohlkreuz?

Die Krümmung Deiner Lendenwirbelsäule wird von der Position Deines Beckens bestimmt. Das Becken kannst Du kippen und aufrichten. Das Kippen des Beckens erreichst Du, indem Du bewusst die Position eines Hohlkreuzes einnimmst. Aufrichten kannst Du Dein Becken, indem Du Deine Gesäßmuskulatur anspannst. Abgesehen von erblicher Veranlagung besteht die Ursache für die Entstehung eines Hohlkreuzes fast immer in einer Fehlhaltung des Beckens. Kurz gesagt: Die Becken-Fehlhaltung war zuerst da. Das Hohlkreuz ist nur daraus resultiert.

Nun gibt es unterschiedliche Ursachen für die Entstehung eines Hohlkreuzes. Die mit Abstand häufigste Ursache sind muskuläre Verkürzungen durch häufiges und langes Sitzen. Wenn Du sitzt, befindet sich Dein Hüftbeuger – der sogenannte Musculus Iliopsos – in einer verkürzten Position. Wenn Du das nicht durch gezielte Dehnübungen ausgleichst, verkürzt sich der Muskel auf Dauer. Wenn wir uns die Anatomie des Hüftbeugers anschauen, wird schnell klar, dass das ein großes Problem darstellt. Denn der Iliopsos sitzt am Oberschenkelknochen an und hat seinen Ursprung wo? Genau: Am Becken. Wenn Dein Hüftbeuger verkürzt ist, zieht er Dein Becken automatisch in eine verkürzte Position, wodurch wiederum ein Hohlkreuz entsteht.

Wenn Du ein Hohlkreuz hast und dieses jahrelang unbehandelt bleibt, verkürzt sich auch Dein Rückenstrecker – der Musculus erector spinae, der links und rechts neben Deiner Wirbelsäule verläuft. Jetzt ist es noch schwerer, das Hohlkreuz wieder loszuwerden. Wenn Du eine unnatürliche Haltung Deiner Wirbelsäule feststellst, solltest Du sie möglichst schnell beheben.

In den allermeisten Fällen ist die Entstehung eines Hohlkreuzes auf muskuläre Verkürzungen und die damit einhergehenden Fehlhaltungen zurückzuführen. Es gibt jedoch noch andere Ursachen für das Hohlkreuz, wie zum Beispiel:

  • Genetische Ursachen
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Erkrankungen – zum Beispiel Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) oder Morbus Pomarino (Gang-Störung)

Welche Risiken hat ein Hohlkreuz und welche Beschwerden kann es verursachen?

Normalerweise liegen Deine Wirbelkörper flach aufeinander und werden von den Bandscheiben ausgepolstert. Wenn Du ein Hohlkreuz hast, ist die Druckverteilung gestört. Es herrscht viel mehr durch auf der rückwärtigen Seite Deiner Wirbelsäule als auf der Bauchseite. Dieser vermehrte Druck kann nicht nur Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule hervorrufen, sondern auch die Nerven reizen, die zwischen Deinen Lendenwirbeln entspringen und die Beine (Muskulatur und Haut) mit Signalen Versorgen. Dadurch kann es zur Entstehung des sogenannten LWS-Syndroms kommen. Dieses geht mit Schmerzen und Missempfindungen einher, die bis in den Oberschenkel ausstrahlen.

Durch den einseitigen Druck führt ein Hohlkreuz außerdem zu einem gesteigerten Risiko für Bandscheibenvorfälle. Davon ist die Rede, wenn die Bandscheibe zwischen zwei Wirbelkörpern herausspringt. Dadurch entsteht sofort ein enormer Druck auf den Nerven, der extreme Schmerzen verursacht. Wer erst einmal einen Bandscheibenvorfall hat, braucht Monate, um sich davon zu erholen. Nicht selten ist eine Operation erforderlich.

Als Kraftsportler mit Hohlkreuz ist das Risiko besonders hoch. Wenn Du ein schweres Gewicht bewegst – zum Beispiel bei Kniebeugen, Kreuzheben oder Überkopfdrücken – wird der ohnehin schon enorme Druck auf Deine Bandscheiben noch verstärkt. Das Hohlkreuz ist eine der häufigsten Ursachen für Bandscheibenvorfälle im Kraftsport.

Wie lässt sich ein Hohlkreuz behandeln?

Um Dein Hohlkreuz möglichst schnell wieder in den Griff zu bekommen, musst Du zuerst herausfinden, wo die Ursache liegt. Hierfür solltest Du am besten bei einem Orthopäden vorstellig werden. Dieser verschreibt Dir anschließend eine Physiotherapie. Falls Dein Hohlkreuz – wie bei den meisten Menschen – durch häufiges Sitzen und die daraus resultierende Verkürzung Deines Hüftbeugers entstanden ist, kannst Du es relativ einfach beheben, indem Du die verkürzte Muskulatur regelmäßig gezielt dehnst. Wie das funktioniert, siehst Du im folgenden Video:

 

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